Freude und Spaß in klassischer
Form komponiert
Cornelia Mayer
Ich lebe und arbeite in Wien. Die Zither hat hier in den bürgerlichen
Veranstaltungsorten, wie dem Wiener Musikverein eine lange Tradition
als Virtuoseninstrument, und auch ich verstehe mein Instrument primär
als Konzertinstrument, dessen Ausdrucksmöglichkeiten sich freilich
in Bauweise und Spieltechnik aus den Anforderungen der Volksmusik
entwickelt haben.
Spielliteratur für die Zither, vor allem wenn es zeitgenössische
sein soll, ist gerade unter dem genannten Aspekt ausgesprochen rar:
bei vielen Klavierstücken enstpricht die linke Hand nicht den
Möglichkeiten der Freisaiten der Zither oder deren Realisation
erfordert einiges Geschick, was gerade bei noch nicht weit fortgeschrittenen
Schülerinnen und Schülern nicht vorausgesetzt werden kann.
Umso interessierter habe ich meinem Sohn zugehört, als er
Werner Pirchners In der Gugguggs-Schule aus den Noten für die
Pfoten am Klavier geübt hat. Das sind Stücke, die ihre
Interpreten bemüht machen, den Witz, die Artikulation und die
notwendige Tongebung herauszuarbeiten, die Freude und Spaß
in klassischer Form vermitteln. Zu meiner ganz großen Begeisterung
kam noch das Erkennen dazu, dass diese Musik ohne jede Abänderung
des Notentextes auf der Zither zu realisieren ist (und wirklich
ausgesprochen charmant klingt). So freue ich mich über diese
ganz unverhoffte Erweiterung des Repertoires für die Zither
und die Möglicheit, die Sammlung in der vorliegenden Form auch
weitergeben zu können.
Für diese Ausgabe wurde der Notentext der Klavierausgabe den
heute auf der Zither üblichen Konventionen (Bassschlüssel
für die Freisaiten) angepasst. Pirchners Komposition an sich
blieb unverändert.
Cornelia Mayer, Oktober 2005
|